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Mit wenig
Sprengstoff gegen viel Beton - 20.11.10 |
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Bericht: THW OV Karlsruhe - David Domjahn |
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Das Bunkerwände auch mit kleinen
Sprengstoffmengen wirksam geschwächt werden können, wurde am Samstag, dem 20.11.2010,
bei Heilbronn bewiesen. Vor allem bei der Anfertigung von Rettungssprengungen
muss dabei von Standardverfahren, die beim Gebäudeabbruch Anwendung finden,
abgewichen werden. Nur zögerlich löst sich der
Nebel am Samstagmorgen auf und gibt schließlich den Blick auf den Steinbruch
in Sontheim bei Heilbronn frei, auf dessen Rande sich ein Bunker aus dem
Zweiten Weltkrieg befindet. Das Überbleibsel der Neckar-Enz-Stellung muss
wegen der Erweiterung des Abbaugebietes weichen, zuvor wurde es vom Steinbruchbetreiber
jedoch noch als willkommenes Übungsobjekt den
Sprengberechtigen des THW Heilbronn überlassen. „Ziel der Übung ist es, statt
der für den Abbruch regulär berechneten Explosivstoffmengen mit einer
Reduzierung dieser ein vergleichbares Ergebnis zu erzielen“, so Hans-Jörg Leibfried, der die Sprengung vorbereitete. „Ein solcher
Anwendungsfall kann das Vordringen zu verschütteten Personen sein“, ergänzt
Andreas Haberer, Leiter des THW Heilbronn, „das sprengtechnische
Vordringen durch Betonwände zu Rettungszwecken stellt zwar die letzte
Lösungsmöglichkeit dar, wenn alle sonstigen Methoden sich nicht als
zielführend erweisen und werden daher nicht vorwiegend angestrebt, dennoch
ist das ständige Sammeln von Erfahrungen auf diesen Gebiet unbedingt erforderlich,
um im Ernstfall eine erfolgsversprechende Option zu haben.“ Aus diesem Grund
wurden auch Sprengberechtigte aus der Region eingeladen, darunter auch
zwei Teilnehmer des THW Karlsruhe, dieses Erfahrungswissen zu
teilen. Die zeitaufwändigen
Bohrarbeiten - ca. 40 Löcher mussten in die rund einen Meter stark armierten
Betonwände gebohrt werden - hatten die Einsatzkräfte des THW Heilbronn zuvor
bereits angefertigt, so dass die aus gelatinösem Gesteinssprengstoff und
hochbrisantem PETN bestehenden Ladungen zügig eingebracht werden konnten. Vor
der Zündung musste die in unmittelbar benachbarte Bundesstraße 27 gesperrt
werden. „Wir rechnen zwar nicht damit, dass aufgrund der reduzierten
Sprengstoffmengen Splitterflug entsteht, wollen aber sicherstellen, dass aufgrund
des Detonationsknalls der rund zehn Kilogramm Sprengstoff kein
Autofahrer sein Gefährt vor Schreck in den Graben setzt“, so Leibfried. Zwei Polizeistreifen leisteten dafür
Amtshilfe. Nach der Zündung zeigten
sich alle Beteiligten mit dem Ergebnis zufrieden: Die gewählten Mengen waren
ausreichend, um die Bunkerwände zu schwächen bzw. zu teilen. Das THW als
Sprengstoffbehörde kann in vielen Bereichen sprengtechnische Lösungen
anbieten - wenn nach einem Brand Gebäude baufällig werden, ist ein sprengtechnisches
Niederlegen oft die ungefährlichste Lösung. Aber auch das Anlegen von
Öffnungen zum Einbringen von Löschmitteln oder das Sprengen von unter
Spannung stehendem Sturmholz gehören zum Leistungsspektrum der ehrenamtlich
tätigen THW-Einsatzkräfte. |
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